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„Der Baum denkt“ als Hörfassung am Lindenbäumchen







Hörbuch-QR-Code am Lindenbäumchen


„Es lohnt sich für alle Oberurselerinnen und Oberurseler, an den Weihnachtsfeiertagen oder zwischen den Jahren am Lindenbäumchen vorbei zu spazieren, denn jetzt gibt es dort nicht nur etwas zu sehen, sondern auch zu hören“, verspricht Bürgermeister Hans-Georg Brum.


Der in einer Jurysitzung ausgewählte Siegerentwurf „Lindenbäumchen, gerahmt“ von Winter/Hoerbelt wurde 2017 eingeweiht. Der Entwurf soll der einst so prächtigen Linde mit seinem dreidimensionalen Bilderrahmen wieder eine Erhabenheit zu verleihen und auf diesen Ort aufmerksam zu machen – unabhängig vom Zustand des Baumes. Deshalb bleibt die umgefallene alte Gerichtslinde an ihrem Ort. Denn die Linde ist nicht „tot“. Zwei Triebe, die durch den Stamm der „hohlen“ Linde hindurchgehen, und so noch eine Wurzelverbindung in den Boden haben, trieben auch in den beiden letzten heißen Sommern aus. Wo sonst Bäume meist schnell beseitigt werden, soll hier der Zerfall als Teil des natürlichen Prozesses im Leben eines Baumes bzw. das Entstehen neuen Lebens (Besiedelung durch Tiere, Wachsen neuer Triebe) gezeigt und verfolgt werden können. Schließlich ist der Baum immer noch elementarer Bestandteil des Kunstwerks.


Bestandteil des Konzepts von Winter/Hoerbelt war auch, dass eine Geschichte über diesen Ort entstehen und in Form von Lesungen dort vorgetragen werden sollte. Dies wurde mit Saskia Hennig von Langes „Der Baum denkt“ erfolgreich umgesetzt.


An dem Tisch, der an der alten Gerichtslinde zum Verweilen einlädt, wurde jetzt eine Stele mit einem QR-Code platziert, über den Auszüge aus dem Buch zu hören sind.

„Wir haben uns sehr gefreut, dass die Autorin selbst bereit war, den Prolog und Teile aus den einzelnen Kapiteln einzulesen“, sagt Hans-Georg Brum. „Wir hoffen, dass nicht nur die treuen Zuhörenden der Lesungen von „Der Baum denkt“ von Oktober 2017 bis Oktober 2019 an diesem besonderen Ort erneut verweilen, um der fiktiven Geschichte zu lauschen, sondern auch diejenigen, die etwas skeptisch gegenüber dem Projekt sind, die Gelegenheit nutzten, sich von der Geschichte berühren lassen.“

Saskia Hennig von Lange schildert in „Der Baum denkt“ die fiktiven Begegnungen der alten Gerichtslinde mit dem Mädchen Marie. Während die Linde von ihren Erlebnissen aus vier Jahrhunderten berichtet, weiht Marie den Baum in die schicksalshaften Menschenerlebnisse des 20. Jahrhunderts ein. Sie greift dabei auf reale Hintergründe aus historischen Aufzeichnungen, aber auch auf die vielen Erinnerungen, Anekdoten und Geschichten, die die Menschen aus Oberursel und der Region mit dem uralten Lindenbaum verbinden, zurück. Hörfassung und Buch tragen somit dazu bei, dass dieser historische Anknüpfungspunkt in der Landschaft und auch ein Stück lokaler Identität erhalten bleibt.


Das Abrufen der gekürzten Hörfassung am Lindenbäumchen selbst war ein weiterer Baustein des Projekts, der mit Förderung der Stiftung Flughafen Frankfurt für die Region vom Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V. und der Regionalpark Taunushang GmbH umgesetzt wurde.


Auch als Weihnachtsgeschenk eignet sich das Buch „Der Baum denkt“ für lesebegeisterte Interessenten der Regionalgeschichte. Das Cover und die einzelnen Kapitel wurden von dem freischaffenden Illustrator und Comiczeichner Lukas Kummer aus Kassel illustriert. Erschienen ist das Buch im Verlag Henrich Editionen, Frankfurt am Main und ist für 14,95 € erhältlich (ISBN 978-3-96320-043-4).



Hans-Georg Brum

Bürgermeister